Das Erlebnis geht weiter !

Unsere nächsten Auftritte:

Ludwig Senfl

(*Zürich, 1486 – †1543, München)

Ludwig Senfl - ein Zürcher Meister
der Renaissance

Liebeslieder, Scherzlieder, geistliche Motetten

-----

Konzertdaten

Do. 23. Mai und Fr. 24. Mai 2019, 20.00h - Wasserkirche, Zürich
Sa. 6. Juli 2019, 15.00h - Grosser Saal des Klosters Einsiedeln

Bilder

Ludwig Senfl - Kupferstich von Heinrich Eduard Winter

(Das Bild stammt aus der Digitalen Bibliothek Gallica)

Fraumünster - Altarbild von Hans Leu dem Älteren

(Das Bild ist aus Wikimedia Commons)

Ludwig Senfl ist ein bedeutender Schweizer Komponist, ein Meister der abendländischen Musikgeschichte und einer der letzten Vertreter der franko-flämischen Schule der Mehrstimmigkeit.

 Er wurde um 1486 geboren, möglicherweise in Basel, aber wahrscheinlich doch in Zürich, denn er war Zürcher Bürger. Mit zehn Jahren tritt er als Sängerknabe und Notenschreiber in die Dienste des Kaisers Maximilian I, zunächst in Augsburg, später in Wien. Da er sich als eifrig und begabt erweist, nimmt ihn der grosse Heinrich Isaac, damals Hofkomponist Maximilians, als Kompositionsschüler an. Nach dem Tode Isaacs im Jahr 1517 wird er dessen Nachfolger an der kaiserlichen Hofkapelle. Er verbleibt in dieser Stellung bis 1520, als Maximilian stirbt und danach die Kapelle aufgelöst wird. Er findet bald in München am Hof der bayerischen Herzöge einen neuen Wirkungskreis als fürstlicher Componist zu München. Der Dichter und Kantor Sebald Heyden (1499-1561) bezeichnete Senfl als jetzigen Fürst der deutschen Musik.

 In seinen Werken ist Senfl nicht Neuerer, sondern Vollender; so verbinden sich Mittelalter und Renaissance bei ihm nochmals auf die glücklichste Weise. Einige Texte wurden vom Komponisten selbst gedichtet, die anderen von ihm liebevoll und sehr persönlich ausgewählt. Wie der Humanist Minervius sagt, vermag Senfl gleich einem ausgezeichneten Dichter mit seinen Tönen sowohl die verschiedenen Stimmungen der komponierten Worte, wie die dadurch im Hörer erregten Gemütsbewegungen auszudrücken. Besonders eindrücklich sind die Lieder, die mehrere volkstümliche, also nicht von Senfl erfundene Melodien kombinieren. Hier setzt er bis zu drei fremde Melodien übereinander und lässt sie von den anderen Stimmen kunstvoll umspielen.

 Die Musik zur Trauerode auf den Tod Kaiser Maximilians I Quis dabit oculis wurde in den Drucken des 16. Jahrhunderts allgemein Senfl zugeschrieben. Es handelt sich aber um eine von ihm geschaffene Kontrafaktur eines Werkes von Costanzo Festa aus dem Jahr 1514, entstanden anlässlich des Todes der Königin Anna von Frankreich. In unserem Konzert wollen wir nicht ganz auf dieses besonders ausdruckvolle, ihm quasi von der Legende zugeschriebene Werk verzichten. Dass Senfl gerade diese Musik für den Tod seines grossen und zutiefst verehrten Gönners gewählt hat, zeigt ja seine innere Affinität zu ihr.         

 Die Instrumentalbesetzung an unserem Konzert entspricht der Originalversion bei Senfl:

Die Posaune ist neben der Violine eines der ältesten voll chromatischen Musikinstrumente. Daher wurde sie bis 1700 häufig im Ensemble mit Sängern eingesetzt. In Bläserensembles der Renaissance wurden sie zusammen mit Zinken gespielt, welche die Sopranpartie übernahmen.

Der Zink (italienisch: cornetto) wurde meist aus Holz gefertigt, aber da er im Prinzip wie eine Trompete geblasen wird, zählt er trotz seines Material zu den Blech-Blasinstrumenten. Oft wird der Zink als eine Art Mischung aus Blockflöte und Trompete angesehen.

Der Dulzian hingegen ist ein Holz-Blasinstrument mit direkt angeblasenem Doppelrohrblatt, ähnlich wie beim Fagott. Er wurde in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts entwickelt und – wie viele andere Instrumente der Renaissance – in Familien von Sopran bis Kontrabass gebaut.

Beim Regal  handelt es sich um eine tragbare Kleinorgel, die nur mit Zungenpfeifen bestückt ist. Der Name ist vermutlich von rigole herzuleiten, der altfranzösischen Bezeichnung für Kehle bei der Zungenstimme. Denkbar wäre auch die Ableitung von regalis (= königlich), denn Kaiser Maximilian I hatte ein solches Instrument als Geschenk erhalten, das in seiner Musikkapelle häufig eingesetzt wurde. Ein Regal besteht aus einem schmalen Kasten, der die Windlade mit den Zungenpfeifen enthält. Vor dem Kasten ist die Klaviatur, dahinter sind zwei Keilbälge angebracht, die nicht vom Musiker selbst, sondern von einer zweiten Person bedient werden. Das Regal erfreute sich nicht nur in der Kirchenmusik grosser Beliebtheit, es wurde auch im Theater, beim Tanz und zu Tafel- oder Hausmusik verwendet. Breite Verwendung fand es vor allem im 16. und 17. Jahrhundert; im 18. Jahrhundert verlor das Regal an Bedeutung, weil seine obertonreichen, schnarrenden Töne nicht mehr dem Klangideal entsprachen.

Vergangene Konzerte

2018 Mai

Die Holde Kunst, Kantate Kontrafakta für Chor, Alt solo und Klavier zu vier Händen mit Musik von FELIX MENDELSSOHN (1809-1847) und Texten von: Brentano, Chamisso, Ebner-Eschenbach, Eichendorff, Goethe, Heine, Henckell, Hölty, Roderich, Seume, Storm und Walser.
----------
Ausschnitte: https://www.youtube.com/watch?v=vZE1rb-kgF8&t=100s

2017 Juni

Amor sacro & amor profano, Musik der spanischen Renaissance zwischen Geist und Eros

2016 Mai

Lenz muss doch wiederkommen, Kontrafaktur-Kantate mit Musik von Johann Sebastian Bach (1685-1750) und Gedicht-Texten von Fallersleben, Mörike, Droste-Hülshoff, Schiller, Heine, Storm, Keller, Goethe, Falke, Geibel, Hebbel, Eichendorff, Logau, Löns, Hölderlin, Chamisso, Platen.

2015 März

Portugiesische Barockmusik, Werke von José Maurício (Coimbra, 1752-1815) und João Rodrigues Esteves (Lisboa, 1700-1751) Magnificat, Stabat Mater, Regina Caeli, Lauda Jerusalem, Dixit Dominus

2014 Sept

Die Evolution, Oratorium für Soli, Chor, und Orchester mit Musik von Joseph Haydn - im Rahmen des 'Denkfestes', Volkshaus Zürich

2014 März

Die Evolution, Oratorium für Soli, Chor, und Orchester mit Musik von Joseph Haydn

2013 April/Juli

Hans Huber - Lenz- und Liebeslieder op. 72 für gemischten Chor, Soli und Klavier zu vier Händen - und Vokalquartette op. 52 für vier Singstimmen und Klavier zu vier Händen

2012 April

Missa Votiva - Jan Dismas Zelenka

2011 Juli

Höhenrausch - J. Brahms, R. Schumann, F. Hensel-Mendelssohn, J.C. Eschmann, F. Hegar, R. Quilter

2010 Nov

Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze - J. Haydn

2009 Mai

Missa Hispanica - M. Haydn

2008 Dez

Navidad Criolla

2008 Mai

Missa Helvetica - Luiz Alves da Silva

2007 Okt

Te Deum, O sing unto the Lord, Evening Service, Rejoice in the Lord - Henry Purcell

Flyers vergangener Konzerte:

Ausschnitte aus unserem Konzert 'DIE HOLDE KUNST'  vom Mai 2018

https://www.youtube.com/watch?v=vZE1rb-kgF8&t=100s

Musikbeispiele aus dem Konzert "Spanische Renaissance" vom 22. Juni 2017:

Agnus Dei aus der 'Missa Ascendens Christus'.mp3

Más vale trocar.mp3

Fehler auf dieser Website? Bitte mit dem Kontaktformular melden, vielen Dank!

Um auch weiterhin grossartige Musik einstudieren und aufzuführen, sind wir auf finanzielle Mittel angewiesen. Leider decken die Ticketpreise und Kollekten jeweils nicht alle unsere Aufwendungen, weshalb wir sehr dankbar sind für alle Spenden, seien sie noch so klein - herzlichen Dank!