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Wiederaufführung der Weihnachts - Kantate von Friedrich Theodor Fröhlich in der Ref. Kirche Schinznach

Friedrich Theodor Fröhlich (1803–1836) wurde lange verkannt, gilt aber heute als der bedeutendste Schweizer Komponist der Frühromantik. Seine Weihnachts-Cantate war bisher nur als Manuskript in der Universitätsbibliothek Basel zugänglich. Dass es von einem derart wichtigen Schweizer Komponisten immer noch Neues zu entdecken gibt, erklärt sich mit seiner Biografie:  


Geboren am 20. Februar 1803 in Brugg, zeigt Fröhlich schon im Kindesalter eine hohe musikalische Begabung. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Zürich beginnt er 1822 in Basel ein Jurastudium, das er 1823 in Berlin weiterführt. Das Fach vermag ihn allerdings nicht zu fesseln. In Berlin begegnet er bald den Musikpädagogen Carl Friedrich Zelter, Bernhard Klein und Ludwig Berger, die ihn darin bestätigen, sich ganz der Musik zu widmen. Er erkrankt jedoch und kehrt deshalb nach Brugg zurück, wo er zwei Jahre bleibt und Kompositionsunterricht nimmt. Hier schreibt er 1825 die Weihnachts-Cantate, in der drei Solisten für die heiligen drei Könige stehen und der Chor vier-, ja sogar achtstimmig gesetzt ist. Es ist überhaupt erstaunlich, was der 22-Jährige schon zu komponieren in der Lage ist: grosse Choralwerke, meisterhafte Fugen, hochvirtuose Solo-Arien, aber auch zahlreiche lyrische Momente oder Passagen von volkstümlich heiterem Charakter.

1826 ist er wieder in Berlin, diesmal mit einem Stipendium der Aargauer Kantonsregierung, um hier das Studium der Komposition fortzusetzen. In Berlin folgt eine reiche Schaffensperiode. Es entstehen zahlreiche Lieder und Chorwerke, drei Streichquartette, unter anderem auch eine Ouvertüre und eine Sinfonie. Einige seiner Liedersammlungen werden in deutschen Verlagen veröffentlicht. Dennoch gelingt es ihm nicht, sich in Berlin eine unabhängige Existenz als Musiker aufzubauen.

In der Hoffnung auf mehr Erfolg kehrt er 1830 in die Schweiz zurück. Er erhält an der Kantonsschule Aarau eine Teilzeitstelle als Musiklehrer. Daneben erteilt er auch Privatunterricht und leitet Chöre und ein Liebhaberorchester. Die spärliche Freizeit widmet er dem Komponieren und es entstehen Werke, die bei Rezensenten grossen Anklang finden. Dennoch fehlt dem Künstler die Beachtung durch Verleger und Publikum, er vereinsamt und verliert zunehmend den Lebensmut. Hinzu kommen finanzielle Sorgen und private Probleme, was schliesslich dazu führt, dass er im Oktober 1836 in Aarau aus dem Leben scheidet.  


Er hinterlässt zahlreiche Musikhandschriften, die an verschiedenen Orten in privater Hand aufbewahrt werden. Seine Werke geraten zwar rasch in Vergessenheit, es ist aber immerhin ein Grossteil davon erhalten geblieben.

Heute werden seine Kompositionen laufend wiederentdeckt und dem Publikum zugänglich gemacht. Das Werk aus dem Jahr 1825 wurde im Jahr 2025, genau 200 Jahre nach seiner Entstehung, erstmals in Windisch und Zürich wieder aufgeführt. Da Fröhlichs Kantate nicht für ein abendfüllendes Konzert ausreicht, hat unser Dirigent das Programm mit weiteren Werken des Komponisten bereichert.  


Luiz Alves da Silva hat dieses Kantaten-Manuskript in akribischer Arbeit in moderne Musiknotation übertragen. Für eine solche Transkription benötigt man spezifische Kenntnisse des historischen Kontexts, über die heute sind nur noch wenige Musiker:innen verfügen. Dank seiner musikwissenschaftlichen Ausbildung hat Luiz Alves da Silva für unser Vokalensemble Chornoten mit Klavierauszug erstellt.

Nun sind wir hocherfreut, unserem Publikum diese wunderbare Musik nach der letztjährigen Aufführung nochmals in Schinznach präsentieren zu dürfen.